Pflanzensteckbrief

Pflanze des Monats

 

Schwarzer Holunder – köstlich und gesund

 

Der Volksmund sagt: „Wenn du am Hollerbusch vorbeigehst, dann zieh deinen Hut”!

Es gibt nur wenige Heilpflanzen, die bei unseren Vorfahren so beliebt waren und so verehrt wurden wie der Holunder. Er galt in früheren Zeiten als heiliger Baum, der Unheil von Mensch und Tier abwenden sollte. An jedem Haus musste ein Holunderbusch stehen, der nicht abgehackt werden durfte.

Wir finden ihn auch heute noch bevorzugt in der Nähe menschlicher Siedlungen in Hausgärten, an Scheunen und Stallungen. Der intensive Geruch von Blättern und Blüten hat eine Fliegen  abwehrende Wirkung.

Der Holunder ist anspruchslos und sehr verbreitet, dazu tragen auch die Vögel bei. Sie fressen gerne die schwarzen Beeren und verteilen mit ihrem Kot die Samen. Der Same keimt überall, besonders in nährstoffreichen Dungstätten und Kompostanlagen, daher wird der Holunder heute fast als Unkraut betrachtet, aber dieses Attribut verdient er nicht. Der unbelaubte Strauch mit seinen krummen, riesigen Ästen ist zwar nicht besonders schön, doch wenn er sich im Frühjahr überall mit den duftenden weißen Blütendolden schmückt, wird man an das Märchen ”Frau  Holle” erinnert.

 

Der Holunder gehört als alte Kulturpflanze genauso in die dörfliche Landschaft, wie die Dorflinde.

 

 

 

 

Wichtige Inhaltsstoffe des Holunders:

 

Die Blüten und Früchte des Holunders enthalten Glycoside und Flavonoide, die eine schweißtreibende Wirkung haben. Ferner enthält die Pflanze Schleimstoffe und ätherische Öle, die den Holunder zu einem wirksamen Heilmittel der Volksmedizin machen. In Blättern und Rinde wurde ein Blausäure abspaltendes Glykosid nachgewiesen, und auch in unreifen Früchten ist dies Glycosid noch enthalten, darum nur ausgereifte Beeren ernten!

Rohe Beeren dürfen nicht gegessen werden, sie rufen Übelkeit hervor (besonders Kinder darauf hinweisen!). Durch das Kochen der Beeren oder. Dampfentsaften wird die Blausäure unschädlich gemacht.

 

 

Heißer Holundertrunk gegen Erkältung

 

Zutaten:

½ Tasse Holunderbeerensaft, ½ Tasse heißes Wasser oder heißer Früchtetee, Saft einer halben Zitrone, Honig nach Geschmack

 

Zubereitung:

Holunderbeerensaft in eine Tasse geben, die Tasse mit heißem Wasser oder Tee auffüllen. Zitronensaft dazugeben und nach Belieben mit Honig süßen. Sofort trinken. Mehrmals täglich wiederholen.

 

 

Holunder-Apfel-Konfitüre

Zutaten:

600g reife Holunderbeeren, 500g Äpfel, Saft einer Zitrone, 1kg Gelierzucker 1:1, 1 Prise Kardamom

 

Zubereitung:

Holunderbeeren waschen, abtropfen lassen. Äpfel waschen, klein schneiden. Holunderbeeren und Äpfel in wenig Wasser weich andünsten, durch ein Sieb oder die „Flotte Lotte“ passieren. Vom Fruchtmus 1 Liter abmessen, evtl. etwas Flüssigkeit zugeben, mit Zitronensaft und Kardamom verfeinern. Das Mus in einen Topf geben, mit Gelierzucker mischen und nach Anleitung auf der Packung kochen. Heiß in saubere Twiss-Off-Gläser füllen und sofort verschließen.

 

 

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© Markusine Guthjahr