Pflanzensteckbrief

Pflanze des Monats

 

 

 

Hagebutte

 

Vitamine im Purpurmantel

(Rosa canina)

 

Volksnamen: Hundsrose, Hagebutte, Hainrose, Wilde Heiderose, Hiefenstrauch

 

 

 

 

 

 

 

 

Fast 30 Wildrosenarten gibt es in Deutschland. Die Heckenrose, auch Hundsrose genannt, ist am weitesten und wird 3-5 m  hoch werden. Wir finden die Pflanze bevorzugt auf kalkhaltigem Boden bis in die mittleren Regionen der Berge. Sie präsentiert sich gerne in Heckenlandschaften und an Waldrändern.

In den Monaten Mai-Juni blüht die schöne Wildrose, ihre Blüten sind zart-rosa und duften angenehm. Im Herbst erscheinen die orangeroten Hagebutten. Es handelt sich dabei um Scheinfrüchte. Im Inneren sitzen die eigentlichen Früchte, die hartschaligen Nüsschen,  „Kerne“ mit den Borstenhaaren, letztere wurden früher gerne als „Juckpulver“ verwendet. Die stacheligen Zweige und die juckenden Borstenhaare sollten uns nicht abschrecken, die Hagebutten zu pflücken, denn sie haben einen außerordentlich hohen Vitamingehalt! Sie gehören zu den vitaminreichsten Früchten überhaupt.

 

Inhaltsstoffe:

Carotinoide, Flavonoide, Gerbstoffe, Fruchtsäuren, Pektine, Mineralstoffe, Vitamin A, B, B2 und K. Sehr hoher Vit.-C Gehalt: 1250 mg

 

Wirkung:

 

Hagebutten haben eine harntreibende Wirkung, besonders die Kerne. Unübertrefflich ist aber vor allem der hohe Vit.-C-Gehalt in den Hagebutten Im Vergleich: In 100g Hagebuttenfrucht sind 1250mg/Vit.-C enthalten. In 100g  Apfelsinen-Fruchtfleisch dagegen nur  50mg! Damit übertrumpfen die Hagebutten die Apfelsinen um das 25-fache!

 

 Vitamin-C stärkt das Immunsystem und die körpereigenen Abwehrkräfte, beugt Erkältungskrankheiten vor und ist gut gegen Erschöpfung  und Müdigkeit.. Schon 8-10 reife Hagebutten sind in der Lage, den Vit.-C-Bedarf pro Person und Tag zu decken.

 

Tipp: Bei einem herbstlichen Spaziergang 8-10 reife Hagebutten pflücken (sie müssen weich sein). Das Fruchtmark vorsichtig aus der Schale drücken und auf der Zunge zergehen lassen.

 

Vorsicht: Darauf achten, dass Kerne und Härchen nicht verschluckt werden (Juckreiz)!

 

Ernte und Verarbeitung:

 

Hagebutten erntet man, wenn sie die ersten Nachtfröste hinter sich haben. Man kann daraus Tee, Mus, Marmelade, Saft, Suppen, Soßen, Likör und Wein herstellen. Allerdings ist das Sammeln, Putzen und Entkernen der Früchte relativ arbeitsaufwendig. Der Arbeitsaufwand wird aber durch den erlesenen Geschmack und den gesundheitlichen Wert belohnt.

 

Zum Entkernen der Früchte benutzt man am besten einen kleinen Löffelstiel oder ein spitzes Messer. Dabei zieht man Einweg-Handschuhe an, denn die feinen Härchen, die an den Kernen sitzen, können Juckreiz auf der Haut auslösen.

 

Einfacher ist es, die ganzen Früchte zu verarbeiten. Man gibt die Hagebutten in einen Topf und bedeckt sie mit kaltem Wasser. Dieser Ansatz bleibt einen Tag lang stehen (dabei verfilzen die Härchen an den Kernen und bleiben später beim Durchpassieren mit den Kernen zurück), Am folgenden Tag werden die Hagebutten im Wasser .weichgekocht und anschließend durch ein Sieb (flotte Lotte) passiert, so wird das Mark gewonnen. Bei größeren Mengen kann auch der Fleischwolf mit Fruchtpressvorsatz benutzt werden.

 

Tipp: Besonders ergiebig ist die Kartoffelrose  (Rosa rugosa), sie hat größere Früchte und ist häufig in Grünanlagen, Parks und Gärten anzutreffen. Ihre stark duftenden Blüten eignen sich für erlesene Kreationen, z.B. Rosen-Gelee, Bowle oder Blütenessig

 

Hagebutten-Sahne-Creme

 

Zutaten: 6 EL. Hagebuttenmark, ¼ l Weißwein, 120g Zucker, 1 Beutel weiße Gelatine, Saft von ½  Zitrone, ¼ l Schlagsahne

Zubereitung: Das Hagbuttenmark mit Zucker schaumig rühren und den Weißwein und Zitronensaft zugeben. Die Gelatine nach Packungsanleitung auflösen und mit dem Schneebesen unter die Hagebutten-Creme rühren, kalt stellen. Sobald die Masse steif wird, die Sahne schlagen und darunter heben. Die Creme in Glasschalen füllen, nach Belieben mit Sahne verzieren

Vor dem Servieren noch einmal kurz (15 Min.) kalt stellen

 

Aus dem Buch:

„Wildfrüchte – Köstlichkeiten aus der Natur“ von Markusine Guthjahr

Cadmos Verlag, ISBN 978-384043510-2 

 

 

 

 

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